Interview mit DI Rumman Syed, CEO der crystalsol GmbH


Wie würden Sie Ihr Unternehmen in einem kurzen Satz beschreiben?

crystalsol entwickelt eine neuartige flexible Photovoltaikfolie mit signifikanten Kostenvorteilen für die kostengünstige Integration in Gebäudeelemente. 
 
Wie entstand die Idee zur Gründung Ihres Unternehmens?
Die Ursprünge der crystalsol-Technologie reichen bis in die 1950er-Jahre zurück. Die Idee wurde vom Prof. Dieter Meissner weiterentwickelt. Thomas Badegruber und Wolfgang Ressler erwarben Ende 2007 die Patentrechte und gründeten gemeinsam mit Dieter Meissner das Unternehmen crystalsol. 

Was waren die wichtigsten Meilensteine seit der Gründung des Unternehmens und welche sollen bis Ende 2018 erreicht werden?
Einer der wichtigsten Meilensteine war,  dass man die noch sehr junge Technologie von einer Laborzelle (1x1cm²) hin zu einem funktionierenden flexiblen PV-Modul weiterentwickeln konnte. Parallel dazu konnten die entsprechenden Produktionsschritte identifiziert und in einer ersten Pilotanlage umgesetzt werden. So konnten wir erste Pilotprojekte mit ausgewählten Kunden durchführen und mehrere Absichtserklärungen mit potenziellen Kunden unterzeichnen. Im Jahr 2018 arbeiten wir daran, das Halbleiterpulver weiterzuentwickeln sowie den Produktionsprozess der flexiblen PV-Folien zu verbessern. Außerdem sind wir bestrebt, Anfang des Jahres 2018 die Verhandlungen mit einem großen indischen Kunden hinsichtlich möglicher Lizenzvereinbarungen erfolgreich abzuschließen.

Wie hilft Ihnen das Investment von ARAX und seinen Capital Partners dabei?

Neben der Finanzierung der laufenden Aufwendungen für Forschung und Entwicklung ermöglicht es, die gesteckten Ziele schneller und in einer höheren Qualität zu erreichen. Ohne ein ARAX-Investment wäre Forschung und Entwicklung auf so hohem Niveau nicht möglich.

Inwiefern unterscheidet sich Ihr Unternehmen von der Konkurrenz und warum werden Sie Erfolg haben?
Gebäudeintegration von Photovoltaik bietet die einzigartige Chance, umweltfreundliche und dezentrale Energieversorgung mit architektonisch wertvoller Umsetzung zu verbinden. Jedoch gibt es zurzeit keine Photovoltaik-Technologie, die den Anforderungen der Gebäudeintegration hinsichtlich Ästhetik, Flexibilität und vor allem Wirtschaftlichkeit entspricht. crystalsols Photovoltaikfolien lassen sich im Vergleich zu allen bestehenden Lösungen kostengünstig wie eine herkömmliche Laminationsfolie integrieren bzw. auf diverse andere Flächen aufbringen. Die vollkommen neuartige dünne Photovoltaikfolie kann in Form, Transparenz und Farbe flexibel je nach Kundenbedürfnissen variiert und einfach in Gebäudeelemente wie Fenster, Glasfassaden und Dächer integriert werden. Den Anwendungsbereichen der Folie sind keine Grenzen gesetzt. Da die crystalsol Technologie weitestgehend auf herkömmlichen Druckmaschinen realisiert werden kann, liegen die Kosten deutlich unter denen anderer flexibler Dünnschichttechnologien, die in der Regel hochspezialisierte Vakuumanlagen benötigen. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Mitbewerb sind die kostengünstigen Rohmaterialien.

Wo sehen Sie sich und Ihr Unternehmen in zehn Jahren?

Ich bin zuversichtlich, dass wir in zehn Jahren crystalsols PV-Folie an den verschiedensten Gebäudeelementen sehen und wir diese einzigartige Technologie weltweit vertreiben werden. Dadurch wird die Gewinnung von Strom durch Sonnenlicht für viele ohne zusätzliche Subventionen leistbar.

Und zum Abschluss: Haben Sie ein Lebensmotto? Wenn ja welches?
Von Nichts kommt Nichts.